Wartezimmer
Heute mal wieder festgestellt und obwohl gewusst, trotzdem erstaunt!
Egal ob Termin oder nicht, egal ob man nur ein klitzekleines Rezept oder eine Krankmeldung braucht oder vor Schmerzen oder Krankheit nicht mehr sitzen kann- ich weiß, das Wort Wartezimmer verspricht auch nichts anderes, aber wozu dann noch Termine machen?!
Auf Grund des voranschreitenden Alters und den zunehmenden Verschleißerscheinungen verspricht die Zukunft auch keine Besserung, was das angeht.
Und dieses Warten läuft auch immer gleich ab.
Zunächst grüßt man freundlich und checkt mit einer unverhohlenen Neugier ab, welche Krankheiten zu erkennen sind und wer potentiell gerade mehr leidet als man selber. Diesem wird ein Ende gemacht, indem man entweder laut stöhnt oder durch kräftiges Naseputzen oder Husten oder Ähnliches doch noch mal darauf hinweist, wie schlecht der Neuankömmling dran ist.
Dann greift man zum ersten Magazin und blättert – noch amüsiert. Wenn man aber nach drei Magazinen merkt, dass man jede Scheidung, jeden Skandal, jeden Gesundheitstipp schon mal gelesen hat, gibt man auch das Lesen schnell wieder auf.
Also, noch mal kurz laut stöhnen, Augen ein bisschen zu und zurücklehnen. Wäre da nur nicht dieses Kind, das die ganze Zeit die Bauklötze durch die Gegend schmeißt. Ich hab nichts gegen Kinder, aber ich bin krank.
Ein letztes Aufbäumen – durch den Griff zur Heimwerkerzeitung und dann wird man plötzlich aufgerufen, doch bitte auf dem Stuhl im Gang Platz zu nehmen und alles geht von vorne los.
Das (wartende) Schaf
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