S-Bahn fahren Part II
Nicht nur andere Fahrgäste können zum Problem werden, sondern auch der Service lädt herzlich zu Kritik ein. Sie wollen Bahn fahren? Na, dann sollten Sie sich Folgendes vor Augen führen:
Zuerst einmal sind die Preise für Normalsterbliche nicht nachzuvollziehen, sowohl für Fernstrecken als auch im Nahverkehr. Für eine Strecke von ca. 25 km kann man schon mal 4,10 € bezahlen, macht hin und zurück 8,10 €. Da ist ja mittlerweile, trotz des hohen Benzinpreises, Auto fahren günstiger.
Die zweite Frage, mit der man sich beschäftigen muss, ist wie man zur S- oder Regionalbahnstation kommt. In den meisten Fällen muss man einen Bus oder doch das Auto nehmen. Aber das ist ja schnell und günstig zu erledigen, obwohl…wenn man schon einmal im Auto sitzt kann man ja auch durchfahren, oder?! In den meisten Fällen siegt auf jeden Fall die Bequemlichkeit vor dem schlechten Gewissen der Umwelt gegenüber.
Zu guter Letzt die Fahrt selbst.
Wenn der Zug weder ausfällt oder keine Verspätung hat (was sehr oft vorkommt) hat man es fast geschafft. Man muss nur noch einsteigen, Fahrt genießen, und an gewünschtem Bahnhof aussteigen…denkt man!
Wenn man sich zufällig nicht ein Ticket der 1. Klasse leisten kann oder will, so kann man sich meistens in Stoßzeiten, oft aber auch zu „normalen“ Zeiten, auf Sitzplatzmangel, Gedränge und Lärm einstellen. Da ist es kaum möglich, ein gutes Buch zu lesen oder die Fahrt auf andere Art zu genießen.
Ist es auch noch Sommer, so geht es geruchsempfindlichen Menschen in der Bahn gleich doppelt schlecht, denn es ist immer jemand dabei, der das mit der Körperhygiene nicht so eng sieht. Und selbst wenn, so gibt es auch heute noch S-Bahnen, die ohne Klimaanlage fahren. Noch dazu- als hätte sich jemand vorgenommen, die Kunden zu quälen- lassen sich die Fenster nur wenige Zentimeter öffnen. Das haben die Verantwortlichen vor vielen Jahren so einrichten lassen, damit niemand etwas aus dem Fenster wirft. Das mit der Frischluftzufuhr ist damit auch gegessen. Eine Wahnsinnsidee - so kann ich mich selbst nicht mehr aus dem Fenster schmeißen, wenn ich die Flucht vor Lärm und Gestank ergreifen will. Vielleicht entfernt man auch noch die Sitze, weil diese ständig bemalt werden?
Es scheint so, als wäre es einigen Verantwortlichen am liebsten, wenn man die Kundschaft abschafft, denn dieser Service legt den Verbrauchern das Autofahren mehr als nahe.
Das (reisende) Schaf
Eine kreative Lesern hat folgenden Kommentar zu den Bahnfahrten abgegeben:
S- Bahn fahren mit allen Nachteilen oder mit vollen Sinnen genießen:
Der Geruch einiger ungepflegter Mitreisenden, lässt den Lebenspartner, der morgens eigentlich schon genervt hatte in ganz anderem Licht erscheinen: ER RIECHT GUT !!!!
Der Ausfall der Klimaanlage führt zu einem natürlichen Erleben der
Jahreszeiten und Wetterschwankungen. Klimaanlage im Hochsommer ist ungesund, denn so mancher Bürohengst sitzt mit Strickjäckchen und friert…zudem erobern die Bakterien der anderen Mitarbeiter förmlich alle
Büros im Sturm. Da lieber direkt abkriegen und Abwehrkräfte aufbauen.
Die überteuerten Preise der deutschen Bundesbahn, sind zwar nicht gerechtfertigt, aber die S- Bahn - fahrenden sind reich, da können die mit ihrem Auto im Stau stehen, doch gar nicht gegen anstinken.!
Wie komme ich zur Bahn?Die Frage ist doch einfach zu beantworten, Fahrrad fahren, Inliner, Nordic Walking oder die neue Erfindung der Japaner ein elektrisch betriebenes Einrad Honda U3-X.
Das macht gesund und lässt auf die Prämie der Krankenversicherung hoffen.
Zum Sitzplatz-Problem, lässt sich nur sagen, immer sitzen macht Krampfadern. Mit Füßen leicht auf und ab wippen ist viel gesünder.
Lautstärkenregler gibt es noch nicht in der S-Bahn, aber Oropax
gibt es in jeder Apotheke. Es lässt die Schallwellen abprallen und
man fühlt sich wie in Watte gepackt. Dem Geschwätz der Sitznachbarn braucht man nun auch nicht mehr zu folgen. Einfach ab und zu mit dem Kopf nicken und lächeln---entspannt die Halsmuskulatur.
Wer nicht wagt, der nicht gewinnt - die kreativen Ergüsse auf den Sitzplätzen sind kleine Kunstwerke, früher in den Baum geschnitzt, heute auf den Sitz geschmiert: Liebeserklärungen, Frust und andere Botschaften. Schon mal heimlich mit Edding mitgeschmiert? Sich wie ein kleiner Lausbub fühlen, der etwas Verbotenes tut, das befreit die Seele !!
Morgens noch muffelig, schon wieder zur Arbeit, die Fahrt in der überfüllten S-Bahn lässt einen seufzend an der Arbeitstätte ankommen,
mit einem: „ Gott sei Dank, darf ich hier sein.“
In diesem Sinne: DER WEG IST DAS ZIEL
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