S-Bahn fahren Part I
Egal ob es zum Shoppen in eine Großstadt oder zur Arbeit gehen soll: Die S-Bahn als Fortbewegungsmittel ist ursprünglich schon eine gute Erfindung, zumal man sich die Parkplatzsuche spart oder vielleicht ein bisschen lesen kann Wenn da nur nicht die vielen Widrigkeiten wären, die den theoretischen Grundgedanken in der Praxis überschatten. Die Rede ist hier von einer Vielzahl anderer Bahnkunden, ohne die das Bahnfahren viel entspannter wäre.
Da sind z.B. die Fahrgäste, die sich in einer Lautstärke unterhalten, als wären sie auf dem Rummelplatz, und damit sind nicht nur Jugendliche gemeint. Das können auch Erwachsene sehr gut! Mit viel Glück kann man den Gesprächen etwas abgewinnen, aber wenn man ehrlich ist, interessiert einen das Gerede der anderen, wenn es z.B. um ihre Arbeit oder ihr letztes Wochenende geht, meist etwa soviel wie der für seine Unberühmtheit berühmte Sack Reis in China.
Noch schlimmer sind ewig dauernde Handygespräche. Da kann man schließlich nur die eine Person hören, und die Lücke, die durch das nicht-Hören der Person am anderen Ende der Leitung entsteht, macht einen noch unruhiger als die oben genannten Zwiegespräche über persönliche Angelegenheiten. Kommunikation ist eine feine Sache, aber in dieser Lautstärke?! Eine Prise Diskretion, und das Ganze ist besser zu verdauen!
Da sind auch Jugendliche, die vor wenigen Jahren, als das Handy noch etwas unerforschter war, sich gegenseitig Klingeltöne vorspielten, kommentiert mit inhaltsleeren Teilsätzen: „Hör mal den (piep,piep)… oder den (ring ring ring) …und der hier (tüüüt)“. –„Aber den haste auf deinem nicht (piep-ring, ring-tüüüt)“. Das konnte eine gefühlte Ewigkeit so weiter gehen. Eine unglaublich entnervende Geräuschkulisse, egal ob man gleich nebenan oder am anderen Ende des Wagons saß.
Das wurde auf Dauer jedoch zu langweilig, worauf aber die lieben Handy-Entwickler prompt eine Antwort hatten, die eine Steigerung der nervtötenden Klingeltöne bedeutet: Musik, abspielbar per Handy. Das Geld für den Eintritt in eine Disko kann man sich sparen, Musik gibt’s jetzt gratis beim Bahnfahren! Wagon 1: Hip-Hop. Wagon 2: Techno. Wagon 3: Rock. Wagon 4: Hip-Hop-Techno-Rock-Gemisch, weil alle gleichzeitig ihre Musik hören wollen. Wählen Sie nach Ihren Wünschen, es ist für jeden etwas dabei. Früher hieß es noch, dass man seinen Walkman, der mit Kopfhörern ausgestattet war, nicht zu laut aufdrehen sollte, damit andere Fahrgäste von dem Gedudel nicht gestört wurden. Heute möchte man schon vor Dank die Füße derjenigen küssen, die Kopfhörer benutzen.
Bei so vielen Geräuschquellen bleibt einem nur eins: Kopfhörer anziehen und die eigene Musik möglichst laut aufdrehen.
Das (genervte) Schaf
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