Dat Merino Schaf
Von Spanien in die Welt
Wie kann es sein, dass ein Schaf für mehrere Jahrhunderte nicht aus einem Land darf? Das Schaf ist ein Merino und die Wolle des Wunderschafs ist wertvoll. „Dat Merino-Schoof“ oder auch nur Merino genannt ist eine Schafrasse, die sehr feine Wolle gibt und ursprünglich in Nordafrika beheimatet war. Im 14. Jahrhundert wurde das Merino-Schaf aus einer Kreuzung des kleinen asiatischen Schafs und dem afrikanischen Küstenschaf gezüchtet. Die Spanier züchteten erfolgreich, verboten die Verbreitung dieser Schafe bei Todestrafe und keines durfte raus aus Spanien.
Spanische Wolle. Schon im frühen Hochmittelalter erkannte man am spanischen Königshaus die Bedeutung dieses wichtigen Exportguts, eben dieser „Spanischen Wolle“, der Merinoschafwolle. Der Name Merino geht vermutlich auf das Berbervolk der Meriniden zurück, die bis in das 13. Jahrhundert hinein Spanien eroberten. Bei diesen Feldzügen brachten die Berber die Schafe mit, die zu einem wichtigen Teil ihrer Lebensgrundlage geworden waren und auf die sie auch fern der Heimat nicht verzichten wollten. So kam das Merinoschaf über die Meerenge von Gibraltar auf die Iberische Halbinsel, die bei gutem Wetter mit dem bloßen Auge von Afrika auszumachen ist. Spanien und vor allem das Königreich Kastilien betrieben die intensive Zucht der Rasse und wurden fortan zum größten Lieferanten für die hochwertige Ware.
Ausfuhr bei Todesstrafe. Es mag schon martialisch anmuten, welche Strafandrohung es für die ungehinderte Verbreitung der Rasse gab. In Kastilien verbot der dortige Verband der Schafzüchter „Mesta“ die Verbreitung. Die Ausfuhr wurde mit dem Tode bestraft. Wenn man bedenkt, welche Preise für geeignete Zuchttiere gezahlt wurden, versprach man sich ein einträgliches Geschäft. Somit konnte Spanien bis in das 18. Jahrhundert hinein seine Monopolstellung bei Merinowolle halten und die so genannte „spanische Wolle“ exportieren.
Merino-Schafe weltweit. Im 18. Jahrhundert gelangten die ersten Merinoschafe nach Deutschland und wurden mit einheimischen Rassen gekreuzt und so entstand das Merinolandschaf, das mittlerweile 30 Prozent des deutschen Schafbestands ausmacht und die häufigste Rasse in Deutschland ist! Die Bayern setzen noch mehr auf Merinos. Dort sind sieben von zehn Schafen Merinos!
Wollkleid. „Wenn´s runter muss, dann muss es runter!“ Das geschorene Wollkleid bringt roh drei bis fünf Kilogramm auf die Waage, wobei die Hälfte des Gewichts Wollfett, Fremdstoffe, Schweiß und Pflanzen ausmachen.
Down Under. Australien und Neuseeland entwickelten sich zum weltweit größten Wollproduzenten. Riesige Schafherden und der allgemeine Preisverfall auf dem internationalen Wollmarkt führte zu Auswüchsen, das es unrentabel wurde Schafe überhaupt noch zu scheren. Aber wenn es das nur wäre, vielmehr müssen sich die Australier mit dem Vorwurf auseinander setzen, dass sie die Tiere unnötigen Qualen aussetzen. Zurecht! Beim so genannten „Mulesing“ wird den Tieren bei lebendigem Leib Fleisch aus dem Hinterteil geschnitten, um Parasitenbefall in den Hautfalten zu vermeiden. Diese Methode findet sich in der Hauptsache nur in Australien und bereitet den Tieren unvorstellbare Schmerzen.
Prominente Fürsprecher. Nicht nur die australische Regierung lenkt ein und will die Beschneidung in staatlichen Farmen stoppen, auch die Industrie möchte nachziehen. Rocksängerin PINK engagiert sich gegen das Mulesing und hat sogar ein eigenes Video zu dem Thema produziert. Wie gut das unsere heimischen Züchter da schon weiter sind und den Tierschutzgedanken konsequent umsetzen!
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